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Aus dem Geleitwort:

Nur eine Kultur, die einen tragfähigen gemeinsamen Identitätskern besitzt, ist in der Lage, die Bildung funktionierender Netzwerke zu fördern und damit den vollen Mehrwert der kollektiven Intelligenz des im Unternehmen vorhandenen Erfahrungswissens zu realisieren. Ohne ein ehrliches Monitoring der Erwartungshaltungen und Wertvorstellungen aller Stakeholder bleibt die Netzwerkbildung allerdings nur allzu schnell auf der Ebene gut gemeinter Appelle stecken: „You can’t manage, what you don’t measure.“ Dass sich das Buch besonders auch der Frage der methodischen Analyse von Wahrnehmungen und Kulturaspekten widmet, ist daher nur konsequent.

Das Konzept „emotionaler Viren“, die die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens verringern und seine Lebenskraft schwächen, ist angemessen und hilfreich. Das Buch bietet für Manager, Unternehmer und Berater eine Fülle praxisnaher Anregungen zum Verständnis und zur Entwicklung einer nachhaltig „gesunden“ Unternehmenskultur.

Aus dem Vorwort:

Im Verlauf unserer beruflichen Laufbahnen wurden wir mit vielen Organisations- und Finanztheorien konfrontiert, die alle eine gemeinsame Basis hatten: die Ontologie des Menschen als Homo oeconomicus, jener Mensch, der sich am Markt und im Unternehmen rein rational verhält.

Inzwischen ist die Wissenschaft wesentlich fortgeschritten. Der Neuropsychologe António Damásio hat bewiesen, dass „rational“ sein nicht gleichbedeutend damit ist, sich von seinen Emotionen zu trennen, sondern dass vielmehr die Abwesenheit von Emotionen und Gefühlen erst verhindert, überhaupt rational sein zu können. Seine auf klinischen Studien basierenden Ergebnisse zeigen, dass gerade die Fähigkeit zur Vernunft aufs engste verbunden ist mit den emotionalen Prozessen. Elinor Ostrom, die Wirtschaftsnobelpreisträgerin des Jahres 2009, zeigte, wie Almbauern, Fischer oder Wassernutzer weit davon entfernt sind, sich bei der Verwertung ihrer gemeinsamen Ressourcen so rein egoistisch zu verhalten, wie ökonomische Modelle es vorhersagen.

In vielen Unternehmen allerdings werden Emotionen – vor allem kollektive Emotionen – immer noch als kaum ansprechbar und nicht behandelbar betrachtet. Die auf der reinen Rationalität des Menschen (auch wenn die Wissenschaft mittlerweile von „begrenzter“ Rationalität spricht) basierenden Theorien bleiben die beherrschenden Modelle bei Organisationsprojekten. Eine „emotionale Anorexie“ herrscht immer noch im Unternehmen.

Dies hat konkrete Konsequenzen: Als Berater, der über zehn Jahre lang bei amerikanischen Unternehmensberatungsfirmen für die Gestaltung großer Umstrukturierungen und internationaler Fusionen verantwortlich war, entstamme ich, Pierre Frot, ursprünglich der „Harte-Faktoren“-Fraktion. Zusammen mit meinen Kollegen leisteten wir wertvolle Arbeit und entwickelten Organisationen mit sehr hohen Potenzialen. Umso frustrierender war die Erfahrung, zu erleben, dass es oft nur bei den „Potenzialen“ blieb. Durch meine Weiterbildung als Coach und Psychologe, und insbesondere seit 2003, dem Beginn der Zusammenarbeit mit Jochen Peter Breuer, nahm die Arbeit an kollektiven Emotionen – die hunderte oder tausende von Mitarbeitern betreffen – für mich wirkliche Form an. Inzwischen wird zwar immer öfter Training und Coaching angeboten, welche die Emotionen Einzelner und von Teams adressieren und somit die nachhaltige Erfolgsquote der Change-Projekte erheblich verbessern. Allerdings bleibt die Arbeit an kollektiven Emotionen immer noch „Terra incognita“ für viele Manager und Berater. Genau diesem Thema widmet sich unser Buch sehr intensiv, unter anderem mit der ausführlichen Beschreibung des Konzepts der „emotionalen Viren“.

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